Ach ja, die guten Vorsätze!

 

Jedes Jahr zum Neuen Jahr begeben sich Millionen von Menschen auf einen Weg guter Vorsätze. „In diesem Jahr werde ich nicht mehr …“; „Jetzt werde ich immer …“ Es ist kein großes Geheimnis: So schön die Vorsätze sind, die Halbwertszeit dieser Vorsätze ist erstaunlich kurz. Bei vielen ist schon am 2. Januar Schluss damit. Was wir so tun wollen. Wir nehmen uns etwas ganz fest vor. Aber zack, schon hat’s nicht geklappt. Das hindert uns dennoch nicht daran, zum nächsten Neuen Jahr wieder viele gute Vorsätze zu fassen.

Wenn ich einen guten Vorsatz fassen wollte, würde ich gern sagen: „Ich möchte ab jetzt ganz fest glauben und nie mehr zweifeln!“ Das möchte ich sagen! Schließlich weiß ich doch: Gott ist da! Auch im Neuen Jahr! Aber wie anders ist meine Lebenserfahrung. Mal ist es mit meinem Gottvertrauen so, als könne mich nichts erschüttern. Aber dann quält mich wieder der Zweifel. Der Boden unter meinen Füßen beginnt zu wanken. Nichts mehr kann mich halten. Wollte ich mich auf meine guten Vorsatz verlassen, wäre ich verlassen.

Aber auch das weiß ich. Die großen Glaubenshelden der Bibel haben ganz ähnliche Erfahrungen gemacht. Abraham z.B.: „Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.“ (1.Mose 15,6). Und dann zweifelte er, wollte der Verheißung Gottes auf die Sprünge helfen und zeugte mit der Magd seiner Frau einen Sohn. - Glaubenshelden voller Zweifel.

Oder Petrus: Voller Vertrauen verließ er das Boot, in dem er und die Jünger saßen. Jesus, der auf dem Wasser zu ihnen kam, hatte ihn gerufen. „Komm her!“ Und Petrus kam! Ein Glaubensheld! Er ging auf Wasser! Doch dann sah er die Wellen, bekam Angst und sank. „Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“ (Matth. 14,22-33) - Auch Glaubenshelden versagen.

Die Jahreslosung für dieses Neue Jahr steht bei Markus 9,24: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ Ein Vater war mit seinem Sohn zu Jesus gekommen, weil es keine Heilung für dessen Krankheit gab. Und Jesus sagte: „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ Der Mann antwortete: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ Und Jesus heilte den Sohn. Er tut es, nicht der Glaube (im Unglauben) des Vaters.

Wir bewegen uns zwischen Glauben und Unglauben, zwischen Vertrauen und Zweifel. Gut zu wissen, dass es bei unserem Herrn nicht auf unser Vermögen ankommt. Wir dürfen unsere guten Vorsätze getrost vergessen. Es kommt nicht darauf an, was wir uns vornehmen und auf die Beine stellen. Gott selbst schenkt uns Heil und Segen. Es kommt nicht auf deinen Glauben an, sondern auf das Geschenk, das Gott dir in deine zittrigen Glaubenshände legt.

Ich wünsche den Besuchern unserer Web-Site ein gutes Neues Jahr. Viel Segen von oben. Gelassenheit, dass Gott es ist, der uns beschenkt. Und Zuversicht, dass unser von Zweifel geschüttelter Glaube doch die wunderbaren Geschenke Gottes empfängt.

 
Peter Rehr, zum Neuen Jahr 2020

 

 

 

 PCR3 kl

Peter Rehr, Pastor